2012: Ausflug ins Uhrenmuseum nach Furtwangen (Schwarzwald)

Der diesjährige Tagesausflug führte uns nach Furtwangen. Hier liegt das Deutsche Uhrenmuseum im geografischen Zentrum der Schwarzwälder Uhrmacherei.

Die über 150jährige Sammlung von Schwarzwalduhren ist weltweit die umfassendste ihrer Art und sie vermittelt einen tiefen Einblick in Geschichte, Tradition und Kultur des Schwarzwalds. Auch Uhren aus dem Ausland wurden hier bereits im 19. Jahrhundert gesammelt und ein Augenmerk der heutigen Sammlung liegt auf Quarzuhren sowie auf Uhren des Alltags.

Mit über 8000 Objekten zeichnet die Sammlung ein facettenreiches und internationales Bild rund um das Phänomen Zeit.

 

Die einfachste Sonnenuhr

Den eigenen Schatten nutzten Menschen schon sehr früh als Zeitmass. In der Antike z.B. wurde die Länge des eigenen Schattens nach der Länge des Fusses gemessen. So war eine Verabredung denkbar, wenn der Schatten drei Fuß lang war. Bei allen Menschen verhält sich die Fusslänge zur Körperlänge ungefähr im Verhältnis 1:7. Kleine Menschen haben kleinere Füsse - und so stimmten die Zeiten auch bei unterschiedlich gebauten Menschen überein.

 

Alltag mit mehreren Zeiten

Im Jahre 1894 führte die Schweiz die heute gültige Mitteleuropäische Zonenzeit MEZ ein. Zuvor gab es überregionale Zeitstandards und diese orientierten sich meist an den Ortszeiten der Hauptstädte.

 

Bei einer Fahrt um den Bodensee beispielsweise musste der Reisende in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts seine Uhr nach fünf verschiedenen Zeiten richten.

Die Landeszeiten der Anrainerstaaten wichen um Minuten voneinander ab: Im westlichen Teil von Österreich-Ungarn galt Prager Zeit, in der Schweiz Berner Zeit, in Baden Karlsruher Zeit, in Württemberg Stuttgarter Zeit und in Bayern Münchner Zeit. So konnte man beim Grenzübertritt bei St. Margareten/Bodensee in die Schweiz seine Uhr um ganze 32 Minuten zurückstellen.

 

Die Weltzeit

In unserer globalisierten Welt ist die einheitliche Weltzeit nicht mehr wegzudenken. Im Flugverkehr, in der Wissenschaft usw. wird weltweit nach der über Atomuhren definierten Universal Time Coordinated (UTC) gerechnet.

Die Grundlagen zur Übereinkunft der Zonenzeit schuf der kanadische Ingenieur Sandford Fleming in jahrelanger wissenschaftlicher und diplomatischer Überzeugungsarbeit. Bereits 1865 war es schon sein oberstes Ziel eine weltweit einheitliche, von örtlichen Lichtverhältnissen unabhängige Zeit einzuführen. Diese Idee war aber damals allerdings noch nicht durchsetzbar.

Das weltweite Mosaik verschiedener Zeiten wurde dann aufgrund der Empfehlungen einer 1884 in Washington abgehaltenen Konferenz vereinheitlicht.

Der Längengrad 0 – also der „Beginn der Zeit“ – wurde dem Observatorium von Greenwich zugesprochen.

 

Die heute genauesten Atomuhren sind groß wie Schränke und gehen nur eine Sekunde in vielen Millionen Jahren falsch. Sie dienen zur Bestimmung der „offiziellen Zeit“ und stehen z.B. in der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig oder im National Institute of Standards and Technology (NIST), Boulder, Colorade, USA.

 

Weitere Informationen unter:

www.deutsche-uhrenstrasse.de

http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Uhrenmuseum

www.imw-forum.ch